Erweiterungs-/Neubauplanung des Gymnasiums und deren Folgen

Auf der Gemeinderatssitzung am 13.4.2015 wurde über Varianten für möglichen Sanierungsalternativen oder einem Neubau des Gymnasiums informiert. Bürgermeister Böltl erklärte, dass es nur Sinn mache, die Varianten 1b und 3b weiter zu verfolgen. In beiden Varianten zerschneidet die Heimstettner Straße das Schulgelände des Gymnasiums: Die Schulgebäude liegen im Osten, die Vierfachturnhalle und das Sportgelände im Westen der Heimstettner Straße. Die Variante 2, in der die notwendige Erweiterung der Kapazität auf 1500 Schüler und der Neubau der Turn- und Sporthalle östlich des existierenden Geländes des Gymnasiums erfolgt, wurde nur als Referenz für Vergleichs-rechnungen bezeichnet. Das Architekturbüro Degle.Degle, das die Varianten und deren Kosten erarbeitet hat,  hält als Randbedingung der Ausbauvarianten 1b und 3b fest, dass die Heimstettner Straße in diesen Fällen verkehrsberuhigt sein muss.

Eine verkehrsberuhigte Heimstettner Straße ist kaum geeignet als Nord-Süd-Achse für die innerörtlichen Verkehr zu dienen. Mit der Favorisierung der Varianten, in denen die Heimstettner Straße das Schulgelände zerschneidet, sollen also Fakten geschaffen werden, die es für die nächsten 30 Jahre unmöglich machen, die Heimstettner Straße für den allgemeinen Verkehr zu öffnen. Dies bedeutet:

  1. Weiter werden in Kirchheim Umwege gefahren, Treibstoff verschwendet, unnötig die Atmosphäre mit CO2-Abgasen und Feinstaub belastet.
  2. Die ungleiche Verkehrsbelastung der Wohnviertel wird zementiert. Weiter werden die Wohngebiete, die an der Poinger, Zugspitz-, Räterstraße, der Hauptstraße (zukünftig Ludwigstraße) und am Heimstettner Moosweg liegen, den Lärm und die Abgase des Kfz-Verkehrs zu ertragen haben. Die Viertel im Osten Heimstettens können hinter den Lärmschutzwällen bzw. –wänden weiterhin vor dem minimalen Verkehr in diesem Bereich der Heimstettner Straße Schutz finden.
  3. Auch die Vorhaben des neuen Gemeinderates sind Schall und Rauch, wenn sie den Intentionen des Bürgermeisters und seiner Verwaltung entgegenstehen. In allen vier Arbeitsgruppen auf der Klausurtagung des Gemeinderats am 22.11.2014 (Ergebnisse publiziert auf der Sondersitzung des Gemeinderats am 10.3.2015) wurden 2 Nord-Süd-Achsen für die Bewältigung des innerörtlichen Verkehrs für notwendig erachtet. Die Beerdigung der  zweiten  Achse neben der Hauptstraße wird nun mit der Planung der Erweiterung des Gymnasiums eingeleitet.

Dabei sind die Erweiterung des Gymnasiums und der Neubau der Sporthalle  im Osten des derzeitigen Schulgeländes nicht unmöglich. Nur die notwendige Grundstücksbeschaffung ist schwieriger als im Westen, wo sich bereits Teile der benötigten Flächen im Eigentum der Gemeinde  befinden. Es ist nachvollziehbar, dass die Gemeindeverwaltung lieber das dünnere Brett bohrt. Aber ist dies auch gerechtfertigt, wenn dadurch eine Lösung eines Verkehrsproblems de fakto unmöglich gemacht wird, das im Interesse aller Kirchheimer Bürger läge?

Wolfgang Gerstenberger

 

 

 

AK-85551-Verkehrskonzept
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