Gemeinde Kirchheim
Ortserweiterung Kirchheim - Heimstetten
Teil Verkehr
Zwischenbericht Stand November 2010
 

Bearbeiter:
Dipl. -Ing. Michael Angelsberger
Dipl. -Geograph Robert Ulzhöfer
Dipl.-Ing. Michael Angelsberger
Planungsbüro für Verkehrplanung und Städtebau
Färberstraße 39
83022 Rosenheim
Tel: 08031 / 21 14 661 und 089 / 54 21 55 21
in Zusammenarbeit mit
Lang + Burkhardt
Verkehrsplanung und Städtebau
Sandstraße 31
80335 München
Tel: 089 / 54 21 55 – 0
Gemeinde Kirchheim

 

Ortserweiterung Kirchheim - Heimstetten
Teil Verkehr


Zwischenbericht Stand November 2010
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkung
2. Lage im Netz, Erschließung
2.1 Motorisierter Individualverkehr
2.3 Öffentlicher Personennahverkehr
3. Analyse bestehende Belastungssituation 2010
4. Vergleich Belastungssituation 2010 zu 2004
5. Planfall Öffnung Heimstettner Straße
6. Verkehrliche Auswirkungen Ortserweiterung
7. Verkehrliche Auswirkungen ortsnahe Tangenten
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Übersicht Zählstellen 2010
Anlagenverzeichnis
Anlage 1 Streckenbelastung Bestand 2010 in Kfz/Tag
Anlage 2 Knotenpunktsbelastungen Bestand 2010 in Kfz/Tag und Kfz/Spitzenstunde
Anlage 3 Streckenbelastung Analyse 2004 in Kfz/Tag
Anlage 4 Streckenbelastung Analyse 2010 in Kfz/Tag
Anlage 5 Planfall Öffnung Heimstettner Straße, Prognosebelastung 2004 in Kfz/Tag
Anlage 6 Ziel- und Quellspinne künftige Einwohner in Kfz/Tag



1. Vorbemerkung
Vor dem Hintergrund des beabsichtigten Bevölkerungswachstums und des räumlichen Zusammenwachsens der beiden Ortsteile Kirchheim und Heimstetten lobt die Gemeinde einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb aus. Das Planungsgebiet umfasst ca. 96 ha; es soll Wohnraum für ca. 2.800 Einwohner entstehen. Die Anfänge des räumlichen Zusammenwachsens reichen bis in die 1960er Jahre zurück: Bereits vor der Gemeindereform, die Kirchheim und Heimstetten 1978 zu einer Gemeinde zusammenfasste, stimmten die damals unabhängigen Gemeinden ihre Planungen zur Ortsentwicklung ab; 1974 resultierte ein erster gemeinsamer Flächennutzungsplan. Vier Jahre später – 1978 – wird der noch heute gültige Flächennutzungsplan aufgestellt. Im FNP wird ein Einwohnerzuwachs bis auf 20.500 Einwohner im Zeitraum von 1978 bis 1990 textlich fixiert.Zentrales Element der „Ortsmittenplanung“ ist der Wunsch nach einer neuen, gemeinsamen
Ortsmitte zwischen den beiden Ortsteilen Im Jahr 1992 wurde ein städtebauliches Plangutachten für diesen Bereich ausgelobt. Das Architekturbüro Goergens + Miklautz ist als erster Preisträger aus diesem Wettbewerb hervorgegangen.
Die zentrale Idee der Ortsmittenplanung war die Überdeckelung der Staatsstraße St 2082. Mit der Planfortschreibung „Neue Ortsmitte Kirchheim – Heimstetten“ wurde im Jahr 2004 von unserer Seite ein Verkehrsgutachten erstellt. In diesem Zusammenhang wurden im Gemeindegebiet Verkehrszählungen und -befragungen durchgeführt. Nach einer weiteren
Überarbeitungsphase wird die Ortsmittenplanung 2007 in den Bebauungsplan-Entwurf (Nr. 93) umgesetzt. Von unserer Seite erfolgte eine Überarbeitung des Verkehrsgutachtens. Um die überörtlichen Einflüsse auf der Staatsstraße St 2082 konkreter abschätzen zu können, wurde Prof. Dr.-Ing. H. Kurzak mit eingebunden.
2. Lage im Netz, Erschließung
2.1 Motorisierter Individualverkehr

Überörtliche Erschließung Die Lage der Gemeinde ist gekennzeichnet durch die Nähe zum Autobahnring A99 mit
gleichnamiger Anschlussstelle an die Staatsstraße St 2082, die das Gemeindegebiet durchquert. Die Anschlussstelle ist als Kleeblatt ausgebaut. Entlang der St 2082 (Oskarvon-Miller-Straße) gibt es von West nach Ost fünf Anschlüsse: Höhe Heimstettener Moosweg (sog. Kirchheimer Ei), der höhenfreie Anschluss Höhe Heimstettner Straße, Höhe Dieselstraße/
Florianstraße (signalisierter Anschluss), Höhe Fraunhofer Straße (künftig signalisiert) und Höhe Erdinger Straße.


Die Kreisstraße M1 tangiert das Gemeindegebiet im Süden, die die Gewerbeflächen südlich der Bahntrasse München – Simbach sowie die Wohngebiete nördlich der Bahntrasse über die Ammerthalstraße - Feldkirchner Straße (von Westen beginnend), die Weißenfelder Straße – Feldkirchner Straße, die Hürderstraße – Bahnhofstraße und über die Poinger
Straße erschließt.
Die Münchner Straße im Norden Richtung Aschheim ist als Gemeindeverbindungsstraße ausgewiesen und übernimmt ebenfalls eine verbindende Funktion in bzw. aus Richtung München, Bundesstraße B471 und A99.


Innerörtliche Erschließung
Die Staatstraße St 2082 trennt die beiden Ortsteile Kirchheim und Heimstetten. Eine Verbindung zwischen beiden Ortsteilen ist nur über zwei Straßenverbindungen gegeben: Der Heimstettener Moosweg verläuft am westlichen Siedlungsrand von Nord nach Süd und kreuzt die St 2082 höhengleich über das Kirchheimer Ei. Die zweite Verbindung stellt die Heimstettner Straße – Hauptstraße dar, die die Staatsstraße höhenfrei quert. Ergänzt werden die Nord-Süd verlaufenden Verbindungen durch zwei Ost-West gerichtete Straßenverbindungen durch das Gemeindegebiet, die Erdinger Straße – Münchner Straße im Norden
und die Poinger Straße – Bahnhofstraße – Feldkirchener Straße im Süden. Die Unterführung an der Feldkirchener Straße ist höhenbeschränkt (Durchfahrtshöhe 3,70 m).Der südliche Abschnitt der Heimstettner Straße erschließt die beiden Schulen sowie das „Lindenviertel“. Momentan endet die Straße am Gymnasium und wird als Fuß- und Radweg weitergeführt. Der erkennbare Kurzschluss zum Wohn- und Pflegeheim „Collegium 2000“,der im FNP gezeigt ist, ist bisher nicht realisiert worden. Seit vielen Jahren wird in Politik und Bevölkerung daher über den Ausbau dieses Abschnittes der Heimstettner Straße diskutiert.
Zuletzt gab es bauleitplanerische Schritte zur Schaffung einer sogenannten „Bustrasse“ in diesem Bereich, die jedoch zurzeit nicht weiter verfolgt werden. In der Gemeinderatssitzung am 13.09.2010 hat der Gemeinderat nun die schnellmöglichste „Öffnung“ der Heimstettner Straße für Pkw und Busse beschlossen. Der lang diskutierte Kurzschluss zwischen M1 und Heimstettner Straße auf Höhe des Friedhofs wird derzeit nicht mehr verfolgt.


2.2 Öffentlicher Personennahverkehr
Die Gemeinde Kirchheim ist in den öffentlichen Nahverkehr des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) eingebunden. Durch die S-Bahn Linie S2 (Petershausen - Hauptbahnhof – Marienplatz – Ostbahnhof – Erding) wird die Haltestelle im 20-Minuten-Takt angefahren. Die Münchner Innenstadt ist stadteinwärts in 21 Minuten (Marienplatz) bis 25 Minuten (Hauptbahnhof) zu erreichen; stadtauswärts verkürzt sich die Fahrt um 1 Minute.Die Buslinie 263 (Messestadt West (U) – Riem (S-Bahn) Dornach – Aschheim - Kirchheim – Heimstetten (S-Bahn) – Feldkirchen (S-Bahn)) durchquert das gesamte Gemeindegebiet und verkehrt zu den Hauptverkehrszeiten im 10-Minuten-Takt. Der Bus dient als Zubringer zur S-Bahn Station und ist im Takt auf die S2 abgestimmt. Die Akzeptanz der Bevölkerung ist hoch, die Buslinie wird gut angenommen. Ergänzend zur Linie 263 fährt die Buslinie 463 (Markt Schwaben (S-Bahn) – Gelting – Kirchheim/Grub, Nord (S-Bahn) – Poing, Nord (SBahn) - Gelting – Markt Schwaben) 5-mal pro Werktag Kirchheim Nord an.

3. Analyse bestehende Belastungssituation 2010
(vgl. Anlage 1 Streckenbelastung Bestand 2010 in Kfz/Tag, Anlage 2.1 Knotenpunktbelastungen Bestand 2010 in Kfz/Tag; Anlage 2.2 und 2.3 Knotenpunktbelastungen Bestand 2010 in Kfz/Std.)


Im Zusammenhang mit der Vorbereitung zum Wettbewerb Ortserweiterung Kirchheim wurden im Gemeindegebiet umfangreiche Verkehrszählungen durchgeführt. Die Erhebungen fanden am Donnerstag, den 22. Juli 2010 statt. Aufgrund von Bauarbeiten wurde entlang der Zugspitzstraße am Donnerstag, den 14. Oktober 2010 nacherhoben. Im Übersichtsplan
Abb. 3 sind die Zählpunkte wiedergegeben.

Die Belastung der Staatsstraße St 2082 liegt derzeit am östlichen Ortsrand bei 16.000 bis 16.500 Kfz/Tag, nach der Einmündung Münchner Straße sinkt die Belastung auf 14.000 bis 14.500 Kfz/Tag. Im weiteren Verlauf Richtung Westen ist eine stetige Zunahme zu verzeichnen.Im Abschnitt zwischen Dieselstraße und der höhenfreien Anschlussstelle an der Heimstettner Straße ist die Staatsstraße mit 19.000 bis 19.500 Kfz/Tag belastet, zwischen Anschlussstelle und Kirchheimer Ei mit 22.500 bis 23.000 Kfz/Tag und westlich des Eies mit knapp 29.000 Kfz/Tag. Die Kreisstraße M1, die die Gemeinde im Süden tangiert, hat westlich der Einmündung Poinger Straße eine Belastung von 7.000 Kfz/Tag. Nach der Poinger Straße reduziert sich die Querschnittbelastung auf etwas über 5.000 Kfz/Tag. Wie auf der Staatsstraße nimmt die Belastung im weiteren Verlauf Richtung Feldkirchen kontinuierlich zu. Westlich der Kapellenstraße beträgt die Querschnittsbelastung 10.000 bis 10.500 Kfz/Tag.
 

Die Münchner Straße, die ebenfalls eine verbindende Funktion in bzw. aus Richtung München, Bundesstraße B471 und A99 übernimmt, ist westlich des Heimstettener Moosweges mit ca. 6.500 Kfz/Tag frequentiert

Sieht man sich die Knotenströme an, ist an den Zufahrten zur Staatsstraße St 2082 und der Kreisstraße M1 eine ausgeprägte Orientierung in/aus Richtung München und A99 abzulesen. Auf der Staatsstraße orientieren sich 65 bis 70 % der ein- und abbiegenden Fahrzeugströme in/aus Richtung Westen, an der M1 60 bis 65 %. Die beschriebene Orientierung spiegelt sich in der morgendlichen und abendlichen Spitzenstunde wieder. Während der morgendlichen Spitzenstunde überwiegt der Verkehr (Pendlerverkehr) Richtung München und A99, während der Abendstunden in entgegengesetzter Richtung. Die morgendliche
Spitzenstunde fällt stärker aus wie die abendliche. Über den Tag gesehen sind die Fahrzeugströme ausgewogen.
 

Die Belastungen der innerörtlichen Hauptstraßen und maßgebenden Erschließungsstraßen bewegen sich zwischen 2.500 bis knapp 7.000 Kfz/Tag. Der Heimstettener Moosweg ist nördlich der Staatsstraße mit 3.00 bis 5.000 Kfz/Tag belastet, südlich mit 3.400 bis 6.200 Kfz/Tag. Die Staatsstraße kreuzen von Nord nach Süd ca. 650 Kfz/Tag, von Süd nach Nord ca. 850 Kfz/Tag. Die Heimstettner Straße, die die Staatsstraße höhenfrei quert, ist mit 3.500 bis 6.600 Kfz/Tag frequentiert, die nach Süden fortführende Hauptstraße mit 4.100 bis 6.900 Kfz/Tag. Auf der Ost-West verlaufenden Erdinger Straße – Münchner Straße liegen
die Belastungen bei 2.400 bis 6.500 Kfz/Tag, auf der ebenfalls Ost-West gerichteten Poinger Straße – Bahnhofstraße – Feldkirchener Straße bei 2.100 bis 5.800 Kfz/Tag. In die Florianstraße fahren am Knotenpunkt St 2082 Dieselstraße/ Florianstraße ca. 3.400 Kfz/Tag ein und aus, weiter Richtung Osten reduziert sich die Belastung auf 1.800 Kfz/Tag
(zwischen Merowinger Straße und Kreuzstraße) und steigt Richtung Heimstettner Straße geringfügig auf ca. 2.000 Kfz/Tag an.

Die relativ hohe Belastung der Heimstettner Straße südlich der Hauptstraße mit 3.900 Kfz/Tag resultiert zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil aus den Bring- und Holfahrten zu den beiden Schulen.Der Schwerverkehrsanteil (SV-Anteil) auf der Staatsstraße liegt bei 7 % bis knapp 10 %. Der SV-Anteil auf der M1 fällt aufgrund der gewerblichen Ansiedlungen deutlich höher aus, der Anteil beträgt 10 bis 15 %. Auf den innerörtlichen Straßen, die eine maßgebende Erschließungsfunktion
übernehmen, bewegt sich der SV-Anteil zwischen 3 bis 9 %. Der stellweise hohe SV-Anteil resultiert u.a. auch aus der durch das Ortsgebiet verlaufenden Buslinie 263, die während der Hauptverkehrszeiten (Vormittag, Mittag und Nachmittag) im 10-
Minutentakt verkehrt.


4. Vergleich Belastungssituation 2010 zu 2004
(vgl. Anlage 1 Streckenbelastungen in Kfz/Tag, Anlage 3 Streckenbelastungen Analyse 2004 in Kfz/Tag)
 

Die Belastung auf der Staatsstraße ist im westlichen Abschnitt gegenüber 2004 deutlich angestiegen. Von damals 25.200 Kfz/Tag westlich des Kirchheimer Eies beträgt heute die Verkehrslast knapp 29.000 Kfz/Tag; das entspricht einer Zunahme von ca. 15 % in nur sechs Jahren. An der östlichen Ortsgrenze ist die Querschnittsbelastung nahezu gleichgeblieben. Der Ziel- und Quellverkehr, der sich auf die Staatsstraße verteilt, hat gegenüber 2004 um ca. 7 % abgenommen. D.h., der Kirchheimer Ziel- und Quellverkehr hat sich verstärkt Richtung München und A99 orientiert. Auffallend ist auch, dass die Kirchheimer mehr
über das Kirchheimer Ei im Vergleich zu 2004 auf die St 2082 fahren; damals war die Zu- und Abfahrtsrampen an die Heimstettner Straße deutlich stärker belastet. Auf der Kreisstraße M1 ist ebenfalls die deutlichere Orientierung Richtung Westen zu beobachten.Am östlichen Ortsrand betrug damals die Verkehrslast ca. 9.000 Kfz/Tag, 2010 sind es ca. 7.000 Kfz/Tag; westlich der Ammerthalstraße lag 2004 die Belastung bei 9.800 Kfz/Tag, heute liegt sie bei 10.300 Kfz/Tag.In der Summe hat der Ziel- und Quellverkehr nach/aus Kirchheim gegenüber 2004 um ca. 10 % abgenommen. Diese Abnahme spiegelt sich auch in einer abschnittweise geringeren Belastung im innerörtlichen Straßennetz wider.

Folgende Übersicht zeigt die Belastungen des maßgebenden Straßennetzes von 2004 und 2010:

 

 


5. Planfall Öffnung Heimstettner Straße
(vgl. Anlage 4 Streckenbelastung Analyse 2010 in Kfz/Tag, Anlage 5 Öffnung Heimstettner Straße Prognosebelastung 2010 in Kfz/Tag)
Bei der Fallberechnung Heimstettner Straße werden zwei Varianten betrachtet. Die Variante 1 sieht eine Fortführung der Straße mit reduzierter Geschwindigkeit auf 20 km/h vor, die Variante 2 eine Fortführung mit Tempo 30.Die Öffnung der Heimstettner Straße führt zu Verlagerungen im ortsinternen Straßennetz, die sich im Wesentlichen auf der Hauptstraße, der Räterstraße, der Heimstettner Straße und in Abschnitten des Heimstettener Moosweges bemerkbar machen. Je nach Geschwindigkeitsannahme
wird das geöffnete Teilstück mit ca. 1.900 Kfz/Tag (Variante 1) bzw. mit ca. 2.600 Kfz/Tag belastet sein. Die Räterstraße erfährt durch die Umorientierung eine Entlastung im westlichen Abschnitt; entlang der Hauptstraße wird es ebenfalls zu Entlastungen
kommen. Auf der Heimstettner Straße wird im nördlichen Abschnitt eine Belastungszunahme zu verzeichnen sein.

Die Wohnstraßen Dr.-Johanna-Decker-Straße, Bürgermeister-Hausladen-Straße und Wendelsteinstraße werden zum geringfügig mehr belastet sein.
 

Der Kurzschluss Heimstettner Straße – M1 auf Höhe des Friedhofs würde zu weitreichenderen Belastungszunahmen in der südlichen Heimstettner Straße führen. Es würde auch zu Durchgangsverkehren von der M1 auf die St 2082 kommen.

6. Verkehrliche Auswirkungen Ortserweiterung
(vgl. Anlage 6 Ziel- und Quellspinne künftige Einwohner in Kfz/Tag)

Im Wettbewerbsgebiet soll Wohnraum für ca. 2.800 Einwohner entstehen. Im Zuge der baulichen Entwicklung sollen die Gemeinbedarfseinrichtungen gebündelt und konzentriert werden. Vorgesehen ist ein neues Rathaus mit einem Multifunktionsraum für ca. 250 Besucher. Nach Bedarf sollen Kita’s in die künftigen Quartiere integriert werden. In einer ersten
Ausbaustufe sollen vor allem die Funktionen Wohnen und Gemeinbedarf realisiert werden; in einer späteren Stufe ist der weitere Ausbau der Nahversorgung zu berücksichtigen.

Folgende Übersicht zeigt das künftige Verkehrsaufkommen (Ziel- und Quellverkehr), resultierend
aus der Ortserweiterung, der Gemeinbedarfseinrichtungen sowie der Nahversorgungseinrichtungen:
 

Verkehrsaufkommen auf Basis
der städtebaulichen Eckdaten


                Wohnnutzung                                                                                                                        5.500 Kfz-Fahrten/Tag
                 Gemeinbedarf (Rathaus mit 4.500 m² GF)                                                                               300 Kfz-Fahrten/Tag
                  Einzelhandel (Nahversorger)                                                                                                   900 Kfz-Fahrten/Tag
 

In der Summe beläuft sich das zusätzliche Verkehrsaufkommen Ortserweiterung auf 6.500 bis 7.000 Kfz-Fahrten pro Tag (beide Richtungen). Die künftigen Einwohner werden sich zum Großteil Richtung München orientieren. D.h., 55 bis 60 % werden den Weg über die Staatsstraße wählen, das bedeutet eine zusätzliche Belastung von 3.000 bis 3.300 Kfz/Tag (Ziel- und Quellverkehr) auf der Staatsstraße.

Gemäß Aussagen von Prof. Dr.-Ing. H. Kurzak wird es mit Fertigstellung des letzten Teilstückes der Flughafentangente Ost (FTO) im Frühjahr 2011 auf der Staatsstraße St 2082 zu Entlastungen kommen. Nach Einschätzung von Prof. Dr.-Ing. H. Kurzak wird die FTO zu Entlastungen von 1.000 bis 2.000 Kfz/Tag führen. In den anfänglichen Realisierungsstufen wird die Entlastung durch die FTO ausreichen, dass der Verkehr am Kirchheimer Ei gerade noch abgewickelt werden kann. Mit Fortschreiten der Bebauung wird ein höhenfreier Ausbau an der Anschlussstelle Heimstettener Moosweg erfolgen müssen.


Bei der langfristig geplanten ergänzenden Einzelhandelsversorgung sollte beachtet werden, dass kein weiterer Anziehungsmagnet mit größerem Einzugsbereich entsteht.
 

7. Verkehrliche Auswirkungen ortsnahe Tangenten
Zur Entlastung vom überörtlichen Verkehr werden in der Gemeinde zwei Trassen für eine Ortsumgehung diskutiert: im Osten der Gemeinde als Verbindung zwischen der Staatstraße St 2082 und der Kreisstraße M1 oder im Westen entlang der A99 als Fortführung des Aschheimer Teilstücks mit Fortsetzung in Richtung Haar. Die Umgehung Aschheim wurde im Juli 2010 eingeweiht.
Die Osttangente wird im Wesentlichen zu Verlagerungen im überörtlichen Verkehr führen, d.h. zusätzlicher Verkehr wird auf die Staatsstraße in bzw. aus Richtung Autobahnanschluss Kirchheim gelenkt. Die gewünschte Qualität der Osttangente - Entlastung im Gemeindegebiet - wird nur bedingt erreicht werden. Die Orientierung der Kirchheimer Bevölkerung liegt in bzw. aus Richtung München. Der Vorteil ist, es entsteht dadurch eine Verbindung zwischen den beiden Gewerbegebieten südlich der Bahntrasse und im Nordosten des Gemeindegebiets. Der Anbindung an die Staatsstraße muss höhenfrei erfolgen (auf Höhe
des Gruber Weges und der Sportanlage Kirchheim).
Die Autobahnparallele (Westtangente) mit Anschluss an die Kreisstraße M1 wird einen Teil des Ziel- und Quellverkehr aus dem Landkreis Ebersberg aus Kirchheim herausleiten. Mit der Westtangente wird auch eine Verbindung zwischen den beiden Kirchheimer Gewerbegebieten und dem Gewerbegebiet Feldkirchen geschaffen.
München, 08.11.2010
Dipl.-Ing. Michael Angelsberger

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