Kosten der Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen der Länder Süd- und Südosteuropas für die deutsche Wirtschaft

 

Die Einführung von Grenzkontrollen an Binnengrenzen der EU verursacht Verkehrsstaus. Insbesondere gilt dies für die Kontrollpunkte an den Autobahnen, welche die Hauptlast im europäischen Fernverkehr tragen. Aktuell wird an der deutschen, österreichischen, ungarischen, slowenischen und kroatischen Südgrenze kontrolliert.

Die Grenzstaus verursachen höhere Kosten im europäischen Transportgewerbe. Durch die im Stau verbrachten Zeiten entstehen den Transportunternehmen zusätzliche Arbeitskosten. Die zu bezahlende Arbeitszeit der Fahrer erhöht sich. Durch die verlorene Zeit im Stau geht auch Transportkapazität pro Zeiteinheit (Tag oder Jahr) verloren.  Muss die gleiche Gütermenge pro Zeiteinheit befördert werden, so müssen zusätzliche Lkw zum Ausgleich angeschafft werden. Es entstehen zusätzlich Kapitalkosten. Da im Stau die Motoren der Lkw nicht ständig abgestellt sein können, kommen auch noch zusätzlich Treibstoffkosten hinzu. Die deutsche Industrie und der deutschen Handel müssen jedoch nicht nur mit steigenden Transportkosten rechnen. Es muss auch die Lagerhaltung angepasst werden.

Je nach Annahme zu der im Stau zu verbringenden Zeit bewegen sich die Kosten der Grenzkontrollen beim Transport der deutschen Einfuhren aus Österreich, Italien und Südosteuropa für das deutsche verarbeitende Gewerbe und den deutschen Handel zwischen 70 und 300 Million € pro Jahr. Dabei wird davon ausgegangen, dass das europäische Transportgewerbe die ihm entstehende Kosten vollständig überwälzt. Wahrscheinlich sind zusätzliche Kosten in Höhe von 135 Mio. €. Pro Staustunde fallen 40 € an, die Tonne Einfuhr wird sich um 2,30 € verteuern. Der Preis pro Tonne Einfuhr insgesamt aus Südosteuropa würde um knapp 1% ansteigen.

 

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AK-85551-Verkehrskonzept
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